News vom9. November 2012

Das BT berichtet: Am Anfang war der Zufall

Das Leben spielt manchmal doch lustige Zufälle. 2003 suchten Fabian Kammermann und Rea Iseli nach einem neuen Hobby. Sie war damals neun Jahre alt, er zehn. Iseli hatte zuvor Karate gemacht, doch irgendwie das Interesse daran verloren. Und weil sie damals bereits einige Male am Stedtlilauf in Aarberg teilgenommen hatte, wollte sie es etwas ernsthafter mit Laufsport versuchen.
Im selben Jahr geisterte diese Idee auch durch den Kopf von Kammermann. Er war damals beim Stadtturnverein Biel und nahm so auch an den Ausscheidungen zum schnellsten Seeländer teil. Über 1000 Meter holte er sich diese Auszeichnung dann auch, weshalb die Freude und das Interesse am Laufen immer grösser wurden.

Schliesslich wählten beide den gleichen Schritt und kontaktierten die beiden dafür bekanntesten Vereine in der Region, den LSVund den LACBiel. «Der LSVhat allerdings schneller reagiert», sagen beide und müssen dabei lachen. Denn heute gibt es weder den LSVnoch den LACBiel, nach der Fusion Anfang Jahr nennt sich der Klub nun Biel-Bienne Athletics.
Wie die beiden Vereine, so haben sich im Laufe der Jahre auch Rea Iseli und Fabian Kammermann weiter entwickelt. Iselis grösster Erfolg in diesem Jahr war ein dritter Platz an der U20-Schweizer-Meisterschaft über 1500 Meter. Zudem absolvierte sie zum ersten Mal den Grand-Prix von Bern über die klassische Distanz (zehn Meilen) und wurde dort in ihrer Alterskategorie Zweite. Nach der Nachwuchs-SM hat Iseli eine Pause eingelegt. Die Gymnasiastin hatte schliesslich ein gedrängtes Programm:Maturareise, Maturaarbeit und zudem noch einen Pfadikurs leiten, da rückte der Sport kurzzeitig ins zweite Glied. Dann wurde sie Anfang Herbst von ihrem Trainer Robert Moser darüber informiert, dass die Möglichkeit besteht, im Hinblick auf die Cross-Europameisterschaft Selektionsrennen- und Trainings mit anderen talentierten Nachwuchsläufern zu absolvieren. So intensivierte die Täuffelerin ab Oktober ihr Training, derzeit läuft sie vier bis fünf Mal pro Woche.


Auch Kammermann hat nach einer kurzen Pause Anfang Herbst erst mit dem Bürenlauf das volle Programm wieder aufgenommen. Overall landete er dort auf dem 14. Platz, «allerdings nahm ich diesen Lauf eher als Vorbereitung denn als wirklichen Ernstkampf», erklärt er. Diesen Sommer holte er an der U20-SM – wie Klubkollegin Iseli – sein bestes Resultat. Über 5000 Meter wurde er Sechster. Nun trainiert der Bieler im Hinblick auf die Cross-Saison fünf bis sechs Mal pro Woche, jeweils zwei Mal auf der Bahn im Lysser Grien, «weil die Infrastruktur für Laufsportler in Biel eine Katastrophe ist». Daneben geht er selbst laufen, das kann ihn dann von Biel aus schon mal über den Jäissberg bis ins grosse Moos führen.

Nun also steht für Iseli und Kammermann mit dem internationalen Bieler Cross am Sonntag wieder ein Ernstkampf an. Für sie geniesst dieses Rennen in diesem Jahr eine grosse Bedeutung. Denn immerhin können sie sich hier mit einem guten Resultat für die EM in Budapest im Dezember qualifizieren. Allerdings sind die Chancen für sie, dies zu schaffen, doch eher gering. «Ich gebe sicher mein Bestes, aber ich habe zu wenig darauf hin trainiert», sagt Iseli. So oder so sei die Teilnahme am Bieler Cross aber interessant, so könne sie Erfahrungen sammeln. Dasselbe gilt auch für Kammermann und er fügt noch an:«Ich will mich hier mit guten Läufern messen.»Diesbezüglich denkt er beispielsweise an Pascal Ungersböck, einen der besten Läufer seines Alters.


Für ihre Zukunft haben sich die beiden Sportler der Biel-Bienne Athletics noch keine grossen Ziele gesetzt. Vorerst einmal will Rea Iseli entscheiden, wie es für sie nach dem Gymnasium weitergeht. «Aber sicher, einmal an einer Cross-EM teilzunehmen, das wäre schon toll.» Der angehende Elektroniker Kammermann hat vor, «künftig vehement auf den Laufsport zu setzen». In den nächsten zwei Jahren will er seine Zeit über 5000 m unter 15 Minuten drücken. Um das zu schaffen, braucht es dann weniger Zufall, denn hartes Training.